30. März 2017

Allg. Bankges.

Allgemeine Bankgesellschaft | 100.000 DM | 1967

Allgemeine Bankgesellschaft Frankfurt
Die Allgemeine Bankgesellschaft AG aus Frankfurt ist nicht mit dem Institut zu verwechseln, in welches unter anderem die Dresdner Bank nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlagen wurde (Allgemeine Bankgesellschaft, Stuttgart, für Nordwürttemberg-Nordbaden, in der US-Besatzungszone). Sie war vielmehr eine Tochter der Berliner Bank. In deren Chronik zum 60. Bestehen heißt es: 1959 gründete die Berliner Bank die Tochtergesellschaft Allgemeine Finanzierungs- und Verwaltungsbank GmbH in Frankfurt, die später in Allgemeine Bankgesellschaft AG umbenannt wurde (siehe: PDF der Berliner Bank).

Die Tochter war offenbar ein Dividendenstar. In der „Zeit“ vom 2. April 1965 heißt es: „Die Allgemeine Bankgesellschaft AG konnte 1964 ihr Geschäftsvolumen von 172 auf 199 Millionen Mark erhöhen. Obgleich sich die Bilanzsumme um 157,7 Millionen auf 419,9 Millionen Mark verringert hat, ist das Gesamtkreditvolumen auf 129,3 Millionen Mark (im Vorjahr 102,8) gestiegen. Nach erheblicher Stärkung der stillen Reserven wird eine Dividende von zehn Prozent auf acht Millionen Mark Grundkapital ausgeschüttet.“ 1972 titelte die gleiche Zeitung: „Allgemeine Bankgesellschaft: Wieder 12 Prozent“. Gemeint sind zwölf Prozent Dividende wie 1971. Im Nebensatz heißt es, die Berliner Bank sei mit 50 Prozent an der Gesellschaft beteiligt, die Vereinsbank in Hamburg und die Westfalenbank AG, Bochum, mit je 25 Prozent. Alle drei Banken sind auf der oben abgebildeten Teilschuldverschreibung von 1967 zu finden. 1976 ist dann von einer Dividendenerhöhung von sechs auf sieben Mark die Rede, die Berliner Bank nun offenbar alleinige Gesellschafterin.

1979 wird die Allgemeine Bankgesellschaft schließlich in die erste Niederlassung der Berliner Bank in Westdeutschland umgewandelt. Das „Manager Magazin“ schrieb am 1. Oktober 1991 unter dem Titel „Notopfer Berlin“: „Mit gewaltigen Investitionen wollte sich die Berliner Bank AG zum Allfinanzriesen aufschwingen […] In Frankfurt hatte die Berliner Bank bereits 1959 die Allgemeine Bankgesellschaft gegründet, eine Fluchtbank, die mit Erfolg Gelder betuchter, aber ängstlicher Berliner einsammelte.“ Die Schweizer „NZZ“ druckte am 9. Juni 2011 eine Geschichte zur Bankgesellschaft Berlin, in der es heißt, dass die Allgemeine Bankgesellschaft: „wegen großer Kredite in Iran ins Schleudern geraten war.“

Die Teilschuldverschreibung von Januar 1967 ist das mir bisher einzig bekannte Papier der Allgemeinen Bankgesellschaft aus Frankfurt. Für weitere Hinweise bin ich dankbar.

…..

uwh, 18. Juli 2012 um 08:00 Uhr (Dieser Artikel wurde zuerst unter hankes-historische.de veröffentlicht.)

1 Kommentar zu Allg. Bankges.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*