30. März 2017

Antike Faustregel versus moderne Portfoliotheorie

GOLD

Ist eine 1.600 Jahre alte Regel der richtige Weg für eine ertragreiche und sichere Geldanlage? Buchautor und Goldexperte Jürgen Müller scheint sich sicher.

Aus dem antiken Babylonien ist folgender Ratschlag überliefert. Man soll sein Vermögen stets in drei Teile teilen: Ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren und ein Drittel bar zur Hand. Wenn es nach Jürgen Müller geht, dann ist diese uralte Faustregel aus dem Judentum noch heute ausreichend, um finanziell erfolgreich zu sein.

juergen-mueller-drei-speichen-regelLand widmet Müller in seinem Buch Drei-Speichen-Regel (Kopp-Verlag, 2014) in Immobilien und Wald um, Handelswaren sind in seinen Augen vor allem Aktien und das Drittel bar zur Hand interpretiert Müller als Gold- und Silbermünzen oder auch andere Metalle. Kann es wirklich so einfach sein? Eher nicht. Müller beschreibt jedoch jene Anlageklassen, die dann besonders attraktiv sein werden, wenn nach all dem Gelddrucken der Europäischen Zentralbank die Inflation steigt: Sachwerte. So heißt denn auch das Unternehmen von Müller: Einkaufsgemeinschaft für Sachwerte (siehe auch Interview, Ausgabe #39).

Die Korrelationen der drei Speichen seien gering, womit das Risiko des Gesamtportfolios verringert wird. Die Portfoliotheorie nach Wirtschaftsnobelpreisträger Harry Markowitz sei Müller zufolge dagegen zu kompliziert und mit Schätzwerten problematisch. Das ist sicherlich strittig. Doch dann führt Müller etwas sehr Einleuchtendes an: Die drei Speichen hätten einen eingebauten Automatismus. Denn Privatanleger würden dadurch automatisch kostspielige Fehler vermeiden, wie etwa zu viel zu handeln und die Transaktionskosten zu unterschätzen. Auch hierbei gibt es natürlich Interpretationsspielraum. Doch Müllers Buch ist auf jeden Fall einen Blick wert. In Sachen Gold sieht Müller übrigens eine Unterbewertung und zieht dafür die Relation zwischen dem Goldpreis und dem Aktienindex Dow Jones heran. Für die Wertpapier-Speiche rät er vor allem zun passiven Indexfonds.

Viel Spaß bei der Lektüre und viel Anlageerfolg,

Ihr Ulrich W. Hanke


Zur kompletten boersianer.info-Ausgabe #40 geht’s hier:
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